Es war ein Spektakel!
Drehbuchlesung und Preisverleihung "Deutscher Nachwuchs-Drehbuchpreis"
Der Abend des 9. November verging wie im Flug — Franziska Stünkel nahm als wundervolle Gastgeberin dieses Abends die Zuschauer*innen des ausverkauften Kinos im Künstlerhaus mit in die Welt des Drehbuchschreibens. Ob Blau oder Rot, Grün oder Orange, die wechselnden Lichtstimmungen der Bühne unterstrichen nur, was die sechs Synchronsprecher*innen mit ihren Stimmen zu leisten vermochten: die sieben Geschichten und ihre Charaktere zum Leben zu erwecken. Nach der fulminanten dreistündigen Drehbuchlesung, verlas die diesjährige Jury (Sandra Schröder, Nira Bozkurt und Pepe Danquart) die Gewinner*innen.
Der Deutsche Nachwuchs-Drehbuchpreis ging an:
Robert Deçani für "Ithaka" (mittellanger Film) und Jana Forkel "A Little Dream of Me" (Langfilm)
Eine Lobende Erwähnung ging an Ella Stanley für ihren mittellangen Film "König der Möwen"
Wir gratulieren!
Ella Stanley, "König der Möwen"
(Lobende Erwähung)
Manchmal im Leben fühlt man sich allein und merkt gar nicht, dass man es nicht ist. Man denkt, man hängt fest mit jemandem, den man nicht ausstehen kann: Zum Beispiel mit dem Opa, den man kaum kennt. Doch dann gibt es Würmer aus dem Kühlschrank, Schnaps und rotzfreche Möwen. Alles davon vermag in diesem Film eine Brücke zu schlagen zwischen zwei Menschen, die nicht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen. Ihnen fehlt einfach zunächst die Sprache und der Mut, aufeinander zuzugehen. Aber Stück für Stück schafft es dieses Drama, Erik und seinen Opa zueinander zu führen, ohne sie sich selbst verraten zu lassen. Und am Ende können sie sich genau das geben, was ihnen fehlt: Die Konfrontation mit dem Tod und schlussendlich Trost.
Jurybegründung
Robert Deçani, "Ithaka"
(Deutscher Nachwuchs-Drehbuchpreis)
"Manchmal ist der Weg zurück der einzige Weg, um wirklich voranzukommen. Doch was bedeutet Rückkehr, wenn das, was hinter uns liegt, keine Heimat mehr ist? Diese Geschichte erzählt von drei Männern — einem Vater, einem Onkel und einem Sohn —, verbunden durch das Band der Familie, aber getrennt durch unerfüllte Träume, gescheiterte Aufbrüche und Erwartungen. [...] Dies ist kein klassisches Migrationsdrama. Es spricht nicht von Flucht und Ankunft, sondern von einer Sehnsucht, die jenseits von Ländern und Pässen existiert. Es ist ein poetisches Porträt von Menschen, die um ihren Platz in der Welt ringen – Menschen, die wir als „Fremde" oder „Flüchtlinge" abstempeln könnten, wenn wir dabei das Wesentliche übersehen: ihre Sehnsüchte und zerbrochenen Träume, die im Grunde unsere eigenen sind. [...] Diese Geschichte hat keine einfachen Antworten. Es sind die Pausen, die Blicke, das Ungesagte zwischen den Figuren, die uns die Leerstellen im Leben zeigen – Leerstellen, die vielleicht nie ganz gefüllt werden, die uns jedoch lehren, dass wir am Ende nur auf uns selbst zurückgeworfen wirklich ankommen können. Und dass Heimkehr manchmal der einzige Weg ist, sich selbst zu finden."
Jurybegründung (Auszug)
Jana Forkel, "A Little Dream of Me"
(Deutscher Nachwuchs-Drehbuchpreis)
[...] Die Autorin wagt sich feinfühlig, fantasiereich und oftmals überraschend an ein Thema, in dem es ums Sterben geht — und ums Überleben. Kommunikation mit einer Komapatientin, die nicht kommunizieren kann. Referenzen an Julian Schnabels Film „Schmetterling und Taucherglocke“ werden wach. Ein Sprechen zwischen zwei Welten. Ist in der Sterbewelt, im Traum, alles möglich, dreht sich im Realen alles ums Weiterleben, ums Festhalten oder Loslassen der Beziehung, um das Abschalten der medizinischen Versorgung des Patienten. Die Autorin balanciert die beiden Erzählebenen gekonnt nebeneinander. Bilderreich die fantastische surreale Traumwelt wie knallhart die Zwänge des Realen. Hoffnungsvoll in dem einen Moment — tragisch im Nächsten. Märchenhaft dort, wo alles möglich ist — einsam dort, wo Trauer das Weiterleben im Wirklichen bestimmt. Schon im Erzählansatz extrem mutig, entstand eine bravourös umgesetzte Geschichte, die im besten Sinne zum Nachdenken einlädt.
Jurybegründung (Auszug)
"The Power of Stories"
Das war das 3. up-and-coming Drehbuchfestival
Power pur — sieben Online-Panels und ein intensiver Online-Workshop zu relevanten Themen rund ums Drehbuchschreiben und gesellschaftlichen und politischen Diskursen, zugeschnitten auf die Realitäten der Drehbuchtalente hielt uns vom 7. bis 9. November in seinen Bann. Tolle Gäste und ein großartiges Publikum diskutierten mit unserer engagierten Moderatorin Melika Gothe.
Ein herzlicher Dank an alle Akteur*innen!


































